Galerie Adlergasse

Info

Jutta Kallfelz

Schmuck oder Skulptur

27.10.2023

15.12.2023

Eröffnung

27.10.2023, 20 Uhr

Kuratorengespräch

Jutta Kallfelz

1975
geboren in Arnsberg

1995 – 1998
Lehre zur Goldschmiedin, Bonn

1998 – 2002
Gesellenzeit als Goldschmiedin, Köln/Bonn

2002 – 2008
Studium an Burg Giebichenstein, Kunsthochschule, Halle/Saale
Klasse für Plastik und Schmuck, Diplom ebenda

2009
Artist in Residence – Studio Rantapaja, Lappeenranta (FI)

2013 – 2018
Künstlerische Assistentin, Hochschule Trier
Fachrichtung Edelstein und Schmuck, Idar-Oberstein

seit 2010
lebt und arbeitet in Bad Münstereifel

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

2023
SCHMUCK 2023, IHM, München

2022
HNOSS 25 Year Jubilee, Konstepidemin, Gothenburgh (SE)

2021
MK&G MESSE, Hamburg

2020
HELL – 0 mit Kun Zhang, Galerie Door, Mariaheide (NL) (Duo)

2019
LUCAS CRANACH – RENAISSANCE BEAUTIES Sinebrychoff Art Museum, Helsinki (FI)
MANUFACTUM MAKK, Köln

2018
HALLE / SAALE Villa Bengel, Idar-Oberstein
HIDE AND SEEK mit Coco Sung, Galerie Door, Mariaheide (NL) (Duo)
INÉDIT #1, Galerie VICEVERSA, Lausanne (CH)

2016
Galerie Maurer-Zilioli, München
OPEN SPACE – MIND MAPS, Nationalmuseum Kulturhuset Stockholm, (SE)

2015
Galerie Marzee, Nijmegen (NL) (Solo)

2013
SCHÖNE AUSSICHTEN? – LANDSCHAFT IM SCHMUCK, Schmuckmuseum Pforzheim im Reuchlinhaus, Pforzheim

PREISE & AUSZEICHNUNGEN

2023
Herbert-Hofmann-Preis, München

2019
Staatspreis Kunsthandwerk, NRW

2009
Marzee Graduate Prize, Galerie Marzee, Nijmegen

2007
C. Hafner RRH – Award, 1. Preis, Pforzheim

ARBEITEN IN ÖFFENTLICHEN SAMMLUNGEN

Danner Stiftung / Die Neue Sammlung / Pinakothek der Moderne, München

Marzee Collection, Galerie Marzee, Nijmegen (NL)

Schmuckmuseum im Reuchlinhaus, Pforzheim

»Bei meinen Kaninchen geht es mir um das Sichtbarmachen von Lebewesen. Die Bestimmung einer individuellen Eigenart. Das reale Abbild ist für mich von zentraler Bedeutung. Im Fragment will ich das Bild des lebendigen Tieres suggerieren. Es reizt mich über den jeweils emotionalen Zustand unterschiedliche Charaktere herauszubilden. Kaninchen verständigen sich vorrangig über Körpersprache. Ich konzentriere meine Darbietung auf Ohren- und Rückenpartie. In einem langwierigen Arbeitsprozess, der vor allem der Einfühlung dient, erlebe ich Kaninchen. – Und es ist eben jenes Erleben, was ich an den Betrachter weitergeben will.«
Jutta Kallfelz

»… Die Kuratoren, eine dreiköpfige Künstlergruppe, haben Kraft und Mühe nicht gescheut, aber auch ästhetisches Geschick walten lassen, damit die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis wird.
Auf königlich rotem und blauen Grund in ehemalig musealen, effektvoll aufgehübschten Vitrinen, sparsam drapiert, werden die Hauptwerke der Ausstellung gezeigt: Fast zwei Dutzend skulpturale Schmuckstücke aus gemeißeltem Aluminium sowie Kleinskulptutren aus verschieden Hölzern (Ebenholz, Buchsbaum, Kirschholz) und aus Meerschaum (Sepolith) bilden eine pseudomuseale Inszenierung, die durch drei in rot gehaltene Vitrinen mit Aluskulpturen, einem Schachspiel und einem Fabfoto-Porträt im Raum ergaänzt werden .…
Der skulpturale Holzschmuck stellt Kaninchen, wie auch andere Kunstwerke von Kallfelz an den Kanten beschnitten, sind, in unterschiedlichen Haltungen dar: Meist hockend, aber auch aufrecht, die Ohren angelegt oder auch aufgerichtet, bilden sie ein wichtiges Element der Ausstellung. Sie dienen als am Körper zu tragendes, individuell-emblematisches Schmuckelement und haben auch allgemeine Bedeutung: Kaninchen leben in Gemeinschaft der Gruppe. Ihr Name bezieht sich auf das in dunklen Gängen lebende Tier. Neben dem ästhetischen Aspekt verweisen sie auch, wie der Hase, auf uralte Symbolik von Tod, Auferstehung und Wiedergeburt.
Den besonderen Akzent der Ausstellung setzt Jutta Kallfelz mit ihrem aus Kirsche- und Ebenholz, Tigerauge, Perlmutt, Elfenbein und Aluminium geschaffenen Schachspiel BESETZTE GEBIETE (2007-2008). Die Protagonisten des Spiels sind kläffende Hunde (Dackel) in unterschiedlichen Posen, mit zähnefletschendem, aufgerissenen Maul, sowie Holzscheiben, die das gemeine Volk der Bauern darstellen. Dass das Schachspiel martialische Wurzeln hat, ist kein Geheimnis. Hier aber steigert die Künstlerin allegorisch zwischenmenschliche Aggresivität zum Spiel zeitgemäß in die globale Realität zweier kriegerischer Parteien.«
Heinz Weißflog, Dresdner Neueste Nachrichten

Autor

Eröffnungsrede